Jetzt auch Aufstand gegen Raucher-Lounges in Hotels

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Entspannt am Kaminfeuer qualmen, statt vor dem Eingang in der Kälte frieren – eine Sonderregelung für Hotels macht diese zu Raucherparadiesen. „Normale“ Wirte und Shisha-Bars toben.

Die kleinen „Tschocherln“ mussten mit Inkrafttreten des Rauchverbots die Aschenbecher wegräumen. In mahagoniholzgetäfelten Zigarren-Lounges von Luxushotels kann hingegen entspannt dem Rauchgenuss gefrönt werden. Gut geheizt, witterungsgeschützt und in edlem Ambiente.

Das Spektrum der Raucherparadiese reicht von Fünf Sterne-Häusern wie dem Hansen Kempinski an der Wiener Ringstrasse bis zum mondänen Hotel Central in Sölden. Diese Luxus-Schuppen verfügen über weitläufige Raucher-Lounges mit sanftem Licht, gemütlichen Chesterfield-Garnituren und opulenten Bildbänden auf Regal und Beistelltisch. Schwere Aschenbecher verraten die Bestimmung der Lokalität. Ob feiste Cohiba, oder zweifelhafte Wildwest-Romantik verströmende Marlboro – hier kann gequalmt werden, als gäbe es kein Morgen. Oder kein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie.

Hintertür für Raucher

Der Trick: Solange keine Speisen und Getränke gereicht werden, ist es Beherbergungsbetrieben erlaubt, Raucherräume einzurichten. Die ernstgemeinte Begründung: Weil Zimmer und Suiten mit Raucherlaubnis rar werden, soll damit Gästen mit längerer Verweildauer ein Wohlfühlfaktor wie im trauten Heim geboten werden.

Ärger über Hotel-Privilegien

Die Extrawurst, die für Hotels gebraten wird, stößt dem Rest der Branche freilich sauer auf. Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomie, wundert sich: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass in Hotels geraucht werden kann, in Diskotheken und Bars aber nicht.“ Sepp Schellhorn, streitbarer Wirt und Neos-Polit-Polterer ergänzt: „Wer solche Räume hat, hat auch keine Probleme mit Anrainern, die sich an rauchenden Gästen vorm Lokal stören. Leider hat die Politik eine vernünftige Regelung des Rauchverbots verschlafen und bringt die Gastronomie systematisch um.“

Auch aus der Ecke der vom Rauchverbot besonders betroffenen Shisha-Bars droht den rauchfreundlichen Hoteliers Stunk. Die Betreiber orten eine Ungleichbehandlung und fordern das Marktamt auf, ähnlich rigorose Kontrollen in Luxushotels durchzuführen, wie in ihren „Raucherclubs“. Motto: „Gleiches (Un)-Recht für alle!“

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